Lange Freude mit Heide – die verschiedenen Arten und ihre Pflege

Für viele sind Heidekräuter in der Herbst- oder Winterbepflanzung von Gärten und Balkonen kaum mehr wegzudenken und auch ganzjährige Heidebeete schmücken schon viele Gärten. Während die meisten blühenden Pflanzen in die wohlverdiente Winterpause gehen oder sich ganz von uns verabschieden, hat die Heide ihren großen Auftritt und beginnt zu blühen. Was die bunte Welt der Heiden ausmacht und wie sie euch lange erhalten bleibt, erfahrt ihr hier.

blumixx-magazin-heide-arten-pflege

© marianapryimachuk/ 123RF.com

  1. Woher kommt die Heide und wie kommt sie natürlich vor?
  2. Welche Arten gibt es? Welche sind wofür geeignet?
  3. Besenheide
  4. Erica-Arten:
  5. Heiden im Garten und auf dem Balkon
  6. Pflege auf dem Balkon und im Garten

Woher kommt die Heide und wie kommt sie natürlich vor?

Wenn man an die Heide denkt, hat man meistens ein Bild einer großen Heidelandschaft im Kopf. Mit einem sandigen, hügeligen Boden, einzelnen Sträuchern und Bäumen und einer Umrandung aus Wäldern. Dazwischen weiden Heidschnucken. So kommen die Heidekräuter tatsächlich auch am häufigsten vor. Zu finden sind sie aber auch in Mooren, Dünenlandschaften oder sogar an Straßenrändern. Also auf Flächen, auf denen keine Bäume wachsen und keine Wälder entstehen können oder auf solchen, die vom Menschen bewusst waldfrei gehalten werden. Heidekräuter wachsen auf sauren, kalkarmen Böden, welche trocken oder wechselfeucht sind und in der Sonne oder im lichten Schatten liegen.

Welche Arten gibt es? Welche sind wofür geeignet?

Die häufigsten Vertreter der Heidekräuter sind die Besenheide mit der Knospenheide und die Glockenheide. Während die ersten beiden Arten zur Gattung Calluna gehören, gehört die ebenso bekannte Glockenheide mit ihren Unterarten und Sorten zur Gattung der Erica. Zu ihr gehört auch die Schneeheide, welche vom Winter bis zum Frühjahr blüht. Darüber hinaus existiert eine Vielzahl an Zuchtformen der verschiedenen Arten.


blumixx-magazin-heide-strauss

© Blumixx

Besenheide

Calluna vulgaris: Die Besenheide, auch Sommerheide genannt, blüht von August bis November. Sie blüht ursprünglich in lila-rosa, doch ihre über 1000 gezüchteten Sorten gibt es auch in weiß, rot, rosa, purpur, grün, gelb oder anderen seltenen Farben. Neben der Pflanzung im Beet sind Besenheiden auch für Kübel, Töpfe und Kästen auf dem Balkon geeignet. Sie ist winterhart und widerstandsfähig gegen Frost, Schnee und Regen und kann ganze 40 Jahre alt werden. Sie wächst meist buschig und aufrecht, einige ihrer Sorten aber auch überhängend oder kriechend.

Knospenheide: Die Knospenheide ist eine Zuchtform der Besenheide. Die Blüten gehen bei ihr nicht auf und bleiben im Knospenstadium stehen. Wo keine vollständige Blüte ist kann auch nichts verblühen. Deshalb bleiben die Form und die Farbe länger erhalten und auch starker Regen oder Sturm kann ihr nichts anhaben. Sie ist wie die normale Besenheide winterhart bis über -10 Grad und ist deshalb für Gartenbeete gut geeignet. Ihre zahlreichen Sorten machen sich auch gut in Balkonkästen oder -töpfen. Im Gegensatz zu allen anderen Heidearten ist sie nicht bienen- oder insektenfreundlich, da sich ihre Blüten nicht öffnen und der Nektar somit nicht freigegeben wird. Genauere Informationen zur Knospenheide gibt es noch hier in ihrem Steckbrief.

Von diesen beiden Arten gibt es noch zahlreiche weitere gezüchtete Sorten. Von der Marke GardenGirls beispielsweise gibt es eine Vielzahl an Heidesorten, welche in Sortimente sortiert sind und sich in Farbe, Form und Lebensweise unterscheiden. So blühen die einen Sorten schon besonders früh, einige andere erst recht spät oder viel länger als andere Sorten. Einige haben seltene Blütefarben wie Zartlila oder Rotbraun oder anders als das Grün der ursprünglichen Art, gelbes oder orangenes Laub, welches einen Kontrast zu den andersfarbigen Blüten oder geschlossenen Knospen bietet. Wieder andere Züchtungen haben hängende Blütenstängel statt üblicherweise aufrechtstehende.

Erica-Arten:

Glockenheide Erica tetralix: Erica tetralix ist die Wildart der Glockenheide, wie sie auch in der Natur vorkommt. Die Glockenheide blüht bereits ab Juni und zieht sich bis in den September. Sie hat hübsche, auffällig glockenförmige Blüten in Pink und wird 20 bis 50 cm groß. Auch von ihr existieren zahlreiche gezüchtete Sorten mit lila, rosa, roten oder weißen Blüten. Da sie natürlicherweise in Moorgebieten vorkommt bevorzugt sie feuchtere Böden als die Besenheide. Sie ist winterhart und immergrün, sodass ihre Nadelförmigen Blätter auch im Winter das Beet schmücken können.

Einjährige Glockenheide Erica gracilis: Eine weitere Art der Glockenheide ist die Erica gracilis. Sie kommt aus Südafrika und ist nicht winterhart und deshalb für Beete eher nicht geeignet. Sie blüht von August bis Oktober und je nach Sorte in rot, rosa oder weiß. Da ihre Blütenglöckchen am gesamten Stängel verteilt sind, blüht sie sehr dicht und reichhaltig. Sie ist einjährig und deshalb gut für Balkonkästen oder als Zimmerpflanze geeignet. Ebenso wie Erica tetralix bevorzugt sie einen beständigen, feuchten Boden.

Schneeheide Erica carnea: Neben den bereits genannten, im Sommer bis Herbst blühenden Arten, gibt es noch die Schnee- oder Winterheide. Sie blüht, wie der Name bereits verrät, im Winter von Februar bis April. Einige Sorten beginnen auch schon im November. Sie ist also auch winterhart. Ihre Blüten erscheinen in weiß, rot oder rosa und bilden eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten zum Beginn des Jahres, wenn sonst noch nicht viel blüht.

Englische Heide Erica x darleyensis: Die Englische Heide ist eine Kreuzung aus der Schneeheide und der Irischen Heide und vereint somit die Vorteile beider Arten. Sie blüht, je nach Sorte, reich in weiß, rosa oder rot lange von November bis Mai. Sie ist jedoch nur bedingt winterhart und sollte bei langen Frösten unter -10 Grad Celsius mit Tannenreisig oder Vlies abgedeckt werden. Sie ist gut geeignet für Kästen und Kübel auf Balkonen.

Heiden im Garten und auf dem Balkon

Heidekraut ist weder für Menschen noch für Tiere giftig und ist somit auch für Kinder oder Haustiere auf dem Balkon oder im Garten kein Problem.

Im Garten machen sich Heidepflanzen besonders gut in höherer Stückzahl auf größeren Flächen. So entsteht, gemeinsam mit passenden Pflanzpartnern, ein schönes Heide- oder Moorbeet.

Die meisten Arten sind auch gut geeignet für Kübel, Töpfe und Kästen auf Terrasse oder Balkon.

Für eine einfache Balkonbepflanzung mit Heiden eignen sich auch sehr gut derHeide-Bag 'Autumn', welcher komplett mit Calluna-Heiden bepflanzt ist. Aber auch in dem Herbst-Bag und dem Winter-Bag sind Heidepflanzen zu finden, wie die Besenheide oder die Schneeheide. In der passenden Größe und deinen gewünschten Farbkombinationen müssen sie nur noch in einen Balkonkasten gesetzt werden und schmücken so in den kühleren Jahreszeiten deinen Balkon.

Pflege auf dem Balkon und im Garten

Da die Heiden aus moorigen Böden kommen, welche sauer und feucht sind, wachsen sie auch bei uns am besten in solchen Erden. Geeignet ist z.B. Rhododendron- & Moorbeeterde mit einem niedrigen pH-Wert, einer optimalen Beschaffenheit und dem richtigen Startdünger.

Am besten wachsen die Heidekräuter in der Sonne oder im Halbschatten. Im vollen Schatten können sie sich nicht lange halten und werden früher oder später eingehen.

Aufgrund ihrer Herkunft mögen die Heidepflanzen einen stets feuchten Boden. Er sollte nie ganz austrocknen, auch nicht im Winter. Staunässe hingegen mögen sie auch nicht. Das Wasser sollte also im Beet oder im Blumenkasten immer wieder gut ablaufen können. Das Gießwasser sollte kalkfrei sein, damit der saure pH-Wert des Bodens nicht verändert wird. Dafür eignet sich am besten Regenwasser oder weiches Leitungswasser.

Durch ihr natürliches Vorkommen auf nährstoffarmen Böden brauchen Heiden nicht viel Dünger. Während der Wachstumsphase und nach dem Rückschnitt freuen sie sich, gerade in einem Kasten auf dem Balkon, aber trotzdem über eine Portion Nährstoffe. Beispielsweise mit Hornspänen oder einem extra Moorpflanzendünger.

Nach der Blütezeit sollten die verblühten Triebe der Pflanzen abgeschnitten werden, damit sie im nächsten Jahr wieder gut und buschig austreiben können. Bei der Sommerheide und den Glockenheiden sollte der Rückschnitt also im Herbst erfolgen und bei der Winterheide im Frühjahr. Dabei sollte allerdings nicht zu tief ins alte Holz geschnitten werden, um der Pflanze nicht zu schaden.

Mit der passend ausgewählten Heideart und ein wenig Bedacht bei der Pflege kannst du also lange Freude an deinen Pflanzen haben. Bei dem existierenden Angebot an Arten und Sorten ist für jeden Geschmack etwas zu finden und auch bei der Blütezeit kannst du entscheiden, was am besten zu dir und deinem Balkon oder Garten passt.