Ysop – ein unterschätztes Heil- und Gewürzkraut

Eine Pflanze, die sowohl mit einer schönen Blüte als auch mit einem praktischen Nutzen überzeugen kann, ist Ysop. Der Halbstrauch macht deinen Balkon zum Bienen-Lieblingsplatz und zeitgleich kannst du dir dein neues Lieblingsgewürz einfach abernten und es direkt verwenden.

blumixx-magazin-ysop-Hyssopus-officinalis

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Mein Pflanzensteckbrief:


Botanischer Name: In der Botanik bin ich unter dem Namen Hyssopus officinalis bekannt.

Deutscher Name: Im Deutschen nennt man mich Ysop. Das stammt aus dem Hebräischen und heißt übersetzt "Heiliges Kraut". Im europäischen Raum werde ich auch Bienenkraut oder Eisenkraut genannt.

Herkunft: Ich bin in Süd- und Osteuropa beheimatet und wurde schon im Mittelalter in Klostergärten angebaut.

Standort: Am liebsten ist mir ein Platz, an dem ich so lange wie möglich die volle Sonne genießen kann.

Boden: Ich bevorzuge einen trockenen, lockeren und leicht kalkhaltigen Boden.

Blütezeit: Meine blau-violetten, rosafarbenen oder weißen Blüten können von Juli bis September bestaunt werden.

Wuchshöhe: Ich werde 30 bis 60 cm hoch und wachse sehr buschig. Damit ich meine kompakte Form behalte, kannst du mich im späten Frühjahr oder direkt nach der Blüte zurückschneiden.

Wasserbedarf: Mit längeren Trockenphasen habe ich kein Problem, aber Staunässe mag ich gar nicht. Also gieß mich lieber etwas zu wenig als zu viel.

Düngebedarf: Regelmäßiges Düngen ist für mich nicht nötig. Mir reicht es, wenn du ein wenig Kompost in mein Substrat einarbeitest.

Winterhart: Ich bin relativ frosttolerant, sollte aber zum Schutz mit Laub, Tannenzweigen oder Reisig abgedeckt werden.

Verwendung: Als Heilpflanze werde ich meistens in getrockneter Form verwendet. Aufgrund meiner antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften werde ich oft bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Gieße dafür einfach zwei Teelöffel meiner getrockneten Blätter mit kochendem Wasser auf und lass den Tee acht bis zehn Minuten ziehen. Außerdem kannst du mich auch frisch verwenden. Meine Blätter und jungen Triebe können laufend geerntet werden und eignen sich durch ihren leicht bitteren Geschmack hervorragend zum Würzen von Salaten, Suppen und Kartoffelgerichten. Sei aber sparsam bei der Verwendung und lass mich nicht mit kochen, denn mein Geschmack ist intensiver als viele glauben.

Balkontipp: Ich harmoniere gut mit anderen mediterranen Kräutern und Stauden, wie z. B. Storchschnabel und Sonnenhut. Außerdem mögen Schädlinge mich nicht und es ist ratsam, besonders gefährdete Pflanzen neben mich zu pflanzen, um die Schädlinge auch von ihnen fernzuhalten. Nützliche Insekten mögen mich übrigens trotzdem und kommen mich gern besuchen.